Unabhängig von den Demonstrationszügen Bochumer Schulen hat die Annette-von-Droste-Hülshoff Schule Wege gesucht, ihre Betroffenheit auszudrücken und den Wunsch nach Frieden zu artikulieren.
WAZ Bochum, 21.03.03
Sowohl Schüler als auch Kollegen und Schulleitung haben in Form von Texten, Gedichten, Mahnminuten und Lichterketten ihre Gedanken zum Ausdruck gebracht:
Bomben sind unmöglich, der Frieden ist genial! Also hört auf mit den Kriegen, dann bleibt die Welt normal. ( Nadine Lange 7c )
Bitte stoppt den Krieg! Ich weiß nicht, warum niemand den Krieg verhindert? ( Lisa- Marie Jung 7c )
Im Krieg sind die Köpfe der Krisenherd! Im Krieg ist das Leben nichts mehr wert! Im Krieg sind die Köpfe der Krisenherd! ( Gordon von der Heide 7c )
Du sollst nicht töten! ( 2 Mose, 20,13 )
Krieg ist Wirklichkeit!
„Krieg" spielen die kleinen Kinder im Sandkasten! „Friede, Freude, Eierkuchen" spielen Mädchen mit ihren Barbies. „Krieg" rufen wir, wenn wir uns gestritten haben!
Krieg ist kein Grund zur Freude! Im Frieden gibt es viele Gründe zur Freude! (Nicole Mosakowski 7b )
„Ich habe Zeit", dachte der Krieg, als er verjagt wurde, „ihr seid so vergesslich !" ( Michael Klaus ) Unter 41 militärischen Auseinandersetzungen/Kriegen leiden Menschen weltweit. Der Irak-Krieg lässt dies leicht in Vergessenheit geraten. Vergessen und verdrängen zu können ist nicht nur eine Schwäche des Menschen, sie schützt ihn auch! Ich frage mich, warum es notwendig ist, dass die Politiker zu Waffen greifen, um Konflikte zu lösen. Wir lehren die Schüler, Streit nicht mit Gewalt zu lösen! Ich frage mich, welche Ängste die Kinder im Irak und anderen Kriegsgebieten der Welt aushalten müssen und was sie aus ihren Erfahrungen für ihre Zukunft lernen? Was sind die Lehren, die sie aus dem Krieg ziehen? Ich frage mich, ob ich eine andere Entscheidung getroffen hätte und stelle fest, dass ich auf die Frage nach dem „Warum" weder mir selbst noch den Schülern/innen die allein gültige Antwort geben kann. Manchmal fühle ich mich hilflos. Ich frage mich, wie der Irak-Krieg sich auf die Friedensbemühungen im Nahen Osten auswirken wird. Beeinträchtigt der Irak-Krieg das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen? Ich frage mich, warum es so schwer ist, Kriege zu verhindern. Ist der Wunsch nach Frieden in der Welt eine utopische Vorstellung? Ich hoffe darauf, dass es uns gelingt, in den Gruppen und Gemeinschaften, in denen wir leben, friedlich miteinander umzugehen. Schon dies ist keine leichte Aufgabe! Das können wir täglich beobachten, wenn wir ehrlich zu uns sind! Sie verlangt jeden Tag neu von jedem Einzelnen z.B.: - zuhören und hinhören zu können - den anderen ernst nehmen zu können - lernen, uns in den anderen hineinzuversetzen und spüren zu können, was /wie er fühlt - bereit zu sein, Rücksicht zu nehmen und dies umzusetzen - miteinander sprechen zu können Der Krieg, - er wartet scheinbar immer wieder in Lauerstellung! Deshalb müssen wir uns immer wieder erinnern und mahnen! Aber, gerade in unserem normalen Alltag dürfen wir nicht vergessen, Frieden entsprechend unseren Möglichkeiten zu leben. Peter Schütt hat dies meiner Meinung nach mit seinen Zeilen zum Ausdruck gebracht. Sein Gedicht trägt den Titel
Hunger Manchmal habe ich Hunger nach nichts als einem freundlichem Wort- Ein Wort gegen die Kälte, gegen die Angst, ein einziges Wort zum Aufwärmen zum Luftholen, ein Wort ohne Bleigewicht, nur beladen mit einem Gran Frieden, damit es nicht gleich davonfliegt. (B. Wiesemann)
Warum Krieg – wenn es Frieden gibt?
Warum Krieg, wenn es Frieden gibt.....? Warum sollen Kinder mit Waffen spielen, wenn sie zur Schule gehen und mit ihren Freunden spielen können? Warum sollen Menschen sich verfeinden und umbringen, wenn sie miteinander lachen und reden können? Warum soll ein Vater in den Krieg ziehen und unschuldige Männer, Frauen und Kinder töten, wenn er zu Hause bei seiner Familie sein und Spass haben kann? Warum sollen Mütter um ihre Söhne Angst haben, wenn diese für ihr Land in den Krieg ziehen, anstatt zu Hause zu bleiben und ihr Leben ohne Krieg zu genießen? Warum sollen schwangere Frauen, Mütter, Väter und Kinder für Macht und Geld ihr Leben lassen? Warum hassen, wenn man lieben kann? Warum noch mehr Leid und Elend auf dieser Welt für nichts? Warum Blut für Macht und Geld? ( Sevgi Tas, 10 d )
Stadtspiegel, 02.04.03
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