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Jugend trifft Politik Kommunalwahlen 2004 Oberbürgermeisterkandidaten und Oberbürgermeisterkandidatin stehen Rede und Antwort Im Frühling 2004 stellen zwei zehnte Klassen (10b und 10d) der Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule fest, dass sie zur Kommunalwahl am 26. September 2004 in NRW zum ersten Mal in ihrem Leben wählen dürfen und zwar die Mitglieder des Stadtrates und der Bezirksversammlungen und den oder die Oberbürgermeisterin. Da sie als Erstwähler noch gar nicht so genau wissen, was denn hinter den Parteien und Personen für Themen und Programme stehen, ist die Idee schnell gefunden, einfach einmal persönlich nachzufragen. Es wurde also überlegt, wer eingeladen werden sollte, wie an die Parteien herangetreten werden könnte und wer an der Veranstaltung teilnehmen sollte. Schnell fiel die Entscheidung, einen Vertreter oder eine Vertreterin aller zur Zeit im Stadtrat vertretenen Parteien einzuladen.
Die Kontaktaufnahme sollte über die Faxnummern der Parteibüros von statten gehen. Dafür musste jedoch erst einmal ein Einladungsbrief entworfen werden. Nachdem diese gemeinsam geschrieben wurde, gingen die Einladung heraus und nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass nicht irgendein Vertreter, sondern die Kandidaten und Kandidatinnen für das Oberbürgermeisteramt kommen würden. Als Termin wurde der 30. Juni um 12.30 Uhr festgelegt. Für den Rahmen der Veranstaltung wurde entschieden, die Schüler und Schülerinnen der beiden Klassen und interessierte Lehrer und Lehrerinnen einzuladen. Jetzt mussten aber gute Fragen her. In Arbeitsgruppen, die hinterher ihre Ergebnisse verglichen, wurden unzählige Fragen erstellt. Bei der gemeinsamen Durchsicht stellte sich heraus, dass einige der Fragen gar nichts mit der Kommunalpolitik zu tun hatten und diese wurden deshalb dann wieder gestrichen. Dann wurden die Fragen noch an eine Schülerin oder einen Schüler verteilt und es fehlte nur noch eines: der oder die Moderatoren. Der begleitende Lehrer Herr Handzsuj wollte diese Funktion nicht übernehmen und so fanden sich zwei Schülerinnen, Svenja Ackermann aus der 10b und Ernela Omanovic aus der 10d, die diese Rolle übernehmen würden. Der Tag der Veranstaltung kam immer näher und die Aufregung stieg. Am 30. Juni dann kamen Frau Dr. Ottilie Scholz für die SPD, Herr Lothar Gräfingholt für die CDU, Frau Astrid Platzmann für die Grünen und Herr Felix Haltt für die FDP. Die UWG, die natürlich auch eingeladen war, wollte auch einen Vertreter schicken, der musst jedoch kurzfristig absagen. Neben den Politikern und Politikerinnen kamen Vertreter und Vertreterinnen aller Zeitungen in Bochum, der WAZ, der Ruhr Nachrichten und des Stadtspiegels.
Die Veranstaltung, so empfanden das alle beteiligten Personen, hat hervorragend funktioniert. Schüler und Schülerinnen der beiden Klassen stellten ihre Fragen und die Vertreter und Vertreterinnen der Parteien mussten Rede und Antwort stehen. Die Antworten konnten nicht immer alle Fragen klären, aber dennoch wurde im Verlauf der Veranstaltung klar, für was die Personen und Programme stehen und was sie anders oder weiterhin machen wollten, so sie denn gewählt würden. Eine wichtige Botschaft kam sicherlich herüber: Nur wer wählen geht, kann mit entscheiden. Alle fanden, dass diese Veranstaltung ein gelungenes Mittel gegen Politikverdrossenheit bei jungen Menschen sei und versprachen bei weiteren Fragen immer offen zu sein. Am folgenden Tag war die Veranstaltung sowohl die WAZ als auch die Ruhr Nachrichten der Aufmacher auf der ersten Lokalseite. Auch weiterhin wird an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule nachgefragt und nachgehakt. (Stephan Handzsuj, betreuender Politiklehrer für die 10b und 10d, 2003/04) Weitere Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten:
www.wahlkommunal.de Presseberichte
An ungewohntem Ort warben gestern die Spitzenkandidat/innen von vier Ratsparteien für die Kommunalwahl. Nicht am Info-Stand, sondern vor 60 Erstwählern der Annette-von-Droste-Hülshoff-Realschule. Die Aula der Realschule am Lohring verwandelte sich gestern kurzzeitig in ein politisches Forum. Auf dem Podium saßen Ottilie Scholz (SPD), Astrid Platzmann (Grüne), Felix Haltt (FDP) und Lothar Gräfingholt – vor sich die Schüler/innen der Klassen 10b und 10d, die den Vormittag selbst eingestielt hatten. Die Anregung zum Polit-Talk mit den Bewerbern auf den Oberbürgermeisterposten (Scholz und Gräfingholt) sowie mit zwei Ratskandidaten kam nicht vom Politiklehrer, vielmehr von den Jugendlichen selbst. „Wir werden bald 16, dürfen im Herbst zur Kommunalwahl gehen. Da wollten wir gerne wissen, welche Personen und Programme zur Auswahl stehen", erläuterte Schülerin Svenja Ackermann. Die Damen und Herren Politiker zeigten keine Berührungsängstet mit ihren (potenziellen) jüngsten Wählern. Entspannt und gar nicht in einen typischen „Polit-Jargon" verfallend, erläuterte das Quartett seine Vorstellungen vom Bochum der Zukunft. Im Vordergrund standen allerdings die Fragen der Zehntklässler. Von „Warum hat Bochum keine zentrale Moschee ?" über „Was genau würden Sie in der Jugendpolitik ändern?" bis zu „Wird der Boulevard auch jugendgerecht ausgebaut?" reichte das Spektrum. Auch das Thema „Schließung des Eistreffs" und der zu knappe Einsatz von Bogestra-Einsatzbussen nach Schulschluss kamen zur Sprache.
Dass Erstwähler sich informieren, ist längst nicht selbstverständlich. Umso erstaunlicher, dass an der AvD-Realschule offenbar politisch bewusste Jugendliche heranwachsen, denen es nicht egal ist, wer ihre Stadt regiert. Die Politiker/innen machten bei der Fragestunde übrigens eine gute Figur. Jenseits von Phrasen wurde die Jugend mit ihren Wünschen und Fragen einmal ernst genommen. Im politischen Alltag ist das leider nicht immer der Fall. JBS WAZ, Donnerstag, 1. Juli 2004, Seite 1, Regionalteil
Wählen mit Zivilcourage 7600 Bochumer gehen im September erstmals zur Urne / Diskussion mit OB-Kandidaten Wenn am 26. September die Karten im Rathaus neu gemischt werden, haben auch 7600 Erstwähler Schicksal und Zukunft der Kommune in ihrer Hand. 55 von ihnen erleichterten (oder erschwerten?) sich die Qual der (Kommunal-) Wahl and luden Spitzenkandidaten zur Podiumsdiskussion. „Mein Wunsch ist, dass ihr überhaupt wählt," appellierte Felix Haltt (FDP) gestern an die Schüler der Klassen 10 b und d der Annette von Droste-Hülshoff-Schule. Ernela und Svenja. moderierten den Orientierungsversuch in Sachen Kommunalpolitik. „Was wird denn eingehalten, wenn ich Sie wähle", wollte Sarah von den Politikern wissen. Eine Skatebahn am Bongardboulevard, Spielplätze in der Stadt, so ein Vorschlag von CDU-Oberbürgermeister-Kandidat Lothar Gräfingholt: „Wie in Oviedo, da st immer Leben in der Bude." Ottilie Scholz, SPD-Kandi-iatin für den Oberbürgermeister, richtete das Augenmerk auf die vielen Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung an Schulen, vier Fachochschulen und der Ruhr-Universität, um die Chancen bei der Berufswahl zu verbessern. Freizeitangebote mit attraktiven Öffnungszeiten für sind ein konkreter Ansatzpunkt der Grünen-Vertreterin Astrid Platzmann. So ähnlich sich die Parteien bei ihren Prioritäten schienen - Jugend, Bildung, Mitwirkung, soziale Gerechtigkeit, Innenstadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, so kitzelten die Schüler doch grundverschiedene Vorstellungen zum Thema Sicherheit heraus: „Wir sind gegen Videoüberwachungen an öffentlichen Plätzen, setzen auf stärkere Polizeipräsenz," so der Kreisvorsitzende der Jungliberalen Haltt. Gräfingholt schwebt ein städtischer Ordnungsdienst in Uniform vor. Das lehnen die Grünen ab und setzen auf den Kontakt zur Szene und Zusammenarbeit mit Polizei und Streetworkern. Diese Ordnungspartnerschaft, so Ottilie Scholz, funktioniere schon gut. Sie forderte Bürger, Jugendliche und Schulen auf, offen mit Schwierigkeiten umzugehen und Zivilcourage und Eigenverantwortung zu zeigen. Scholz: „Flächen deckende Kontrollen sind weder machbar, noch wünschenswert ." Sabine Strohmann Ruhr Nachrichten Donnerstag, 1. Juli 2004, Seite 1, Regionalteil
Im Schuljahr 2000/2001 entwickelte der Landesjugendhilfeausschuss ein Programm „Jugendarbeit und Kommunalpolitik antworten auf Rechtsextremismus“, mit dem beabsichtigt wird, Jugendliche und Politiker zusammenzubringen, um über alltägliche Probleme zu sprechen und Lösungen zu diskutieren. Die Annette-Schule schloss sich diesem Projekt an, mit dem das demokratische Bewusstsein unserer SchülerInnen gestärkt und extreme Orientierungen in der Jugendszene eingedämmt werden soll. Politik soll für die SchülerInnen erfahrbar und fassbar gemacht werden, Politiker ansprechbar sein. Ein Projekttag wurde erarbeitet unter dem Motto „Jugend trifft Politik“. Am 14. 11. 2001 besuchte Herr Greulich von der CDU-Fraktion unsere Schule und diskutierte beim Brunch mit 25 SchülerInnen über alltägliche Politik und ihre eigenen Probleme. Um 14.00 Uhr begann das Programm in der JFH-Gerthe. Zusammen mit PolitikerInnen aller Parteien diskutierten, feierten und tanzten SchülerInnen und PolitikerInnen bis 23.00 Uhr. In diesem Schuljahr wird das Projekt fortgeführt, ja sogar ausgeweitet. Das JFH Falkenheim, das mit der Annette-Schule schon seit langem kooperiert, wird ein weiterer Treffpunkt, an dem PolitikerInnnen, SchülerInnen und Schule zusammengebracht werden. Im November kam Herr Scholz-Witteck, Mitglied der SPD-Fraktion, mit Herrn Hauguth, Mitarbeiter des Jugendausschusses, in unsere Schule, um mit den Klassen-sprecherInnen der Klassen 9 und 10 zu diskutieren. Dabei stellte sich heraus, dass „Mobbing“ auch ein Problem an unserer Schule ist. SchülerInnen, Herr Scholz-Witteck und Herr Hauguth beschlossen, zu dem Thema eine Website im Internet zu erstellen.
Am 5. 12. 2002 kommt eine Referentin in die Schule, um mit den SchülerInnen das Thema zu erarbeiten. Am 9. 12. 2002 findet ein weiteres Treffen zwischen PolitikerInnen und SchülerInnen unserer Schule im Falkenheim statt, bei dem zusammen diskutiert und gefeiert wird.
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